Radio Bénin auf Kurzwelle

Die Stimme der Volksrepublik Benin (1975 – 1990)

Historischer Kontext: Nach der Machtübernahme von Mathieu Kérékou und der Ausrufung der marxistisch-leninistischen Volksrepublik Benin (République populaire du Bénin) im Jahr 1975 wurde der Rundfunk komplett verstaatlicht. Die Kurzwelle war das primäre Medium, um die ländliche Bevölkerung sowie das Ausland zu erreichen.

Die Rolle der Kurzwelle (SW)

Da das UKW-Netz (FM) damals nur die Hauptstadt Cotonou abdeckte, war die Kurzwelle überlebenswichtig für das Regime. Sie diente als Werkzeug zur nationalen Integration und ideologischen Erziehung.

Typische historische Sendedaten

Gesendet wurde meist über die Sendeanlagen in Cotonou. Die Frequenzen wechselten je nach Tageszeit und Jahreszeit, um die atmosphärischen Bedingungen der Ionosphäre optimal zu nutzen.

Frequenz (kHz) Band Nutzung / Tageszeit
4.870 kHz 60-Meter-Band (Tropenband) Hauptfrequenz für die Abendstunden und die frühe Nacht innerhalb Westafrikas.
5.025 kHz 60-Meter-Band (Tropenband) Alternativfrequenz für den nationalen Dienst im Inland.
7.190 kHz 41-Meter-Band Tagesfrequenz zur Überbrückung größerer Distanzen innerhalb des Landes.

Programm und Identifikation

Das Programm war eine Mischung aus revolutionärer Musik (oft von lokalen Orchestern, die sozialistische Hymnen spielten), Bildungsrundfunk (Agrarberatung, Alphabetisierung) und streng zensierten Nachrichten.

DXer weltweit identifizierten die Station oft anhand des typischen Pausenzeichens: Einer traditionellen Trommelmelodie oder einer Tonfolge, gefolgt von der Stationsansage: "Ici Cotonou, Office de Radiodiffusion et de Télévision du Bénin"