Die Geschichte des Rundfunks in Chișinău (russisch Kischinau) ist eng mit den geopolitischen Umbrüchen des 20. Jahrhunderts verknüpft. Der Sender wurde ursprünglich am 8. Oktober 1939 unter dem Namen Radio Basarabia von der rumänischen Rundfunkgesellschaft gegründet. Nach der sowjetischen Besetzung Bessarabiens im Juni 1940 und der Ausrufung der Moldauischen SSR (RSSM) wurde die Infrastruktur verstaatlicht.
Während des Zweiten Weltkriegs unterbrochen, nahm der sowjetisch-moldauische Rundfunk im September 1944 dauerhaft seine Arbeit wieder auf. Fortan fungierte er unter der Kontrolle des staatlichen Komitees für Fernsehen und Rundfunk der Moldauischen SSR als das offizielle Sprachrohr der kommunistischen Behörden. Es wurde ein zweisprachiges Programm gesendet: auf Moldauisch (Rumänisch in kyrillischer Schrift) und auf Russisch.
Zur Zeit der Sowjetunion war der Inlandsrundfunk der Teilrepubliken primär über das Drahtfunknetz (Kabel) in den Wohnungen sowie über die klassischen Wellenbereiche Langwelle (LW), Mittelwelle (MW) und Kurzwelle verbreitet. Ab den Spät-1960er Jahren kam der UKW-Bereich (OIRT-Band) hinzu.
Bitte beachten Sie, dass die modernen West-FM-Frequenzen (87,5 – 108 MHz) erst nach dem Zerfall der Sowjetunion flächendeckend eingeführt wurden. In der SSR-Ära galten folgende Kern-Frequenzen:
| Wellenbereich | Historische Frequenz / Kanal | Zielgebiet & Funktion |
|---|---|---|
| Mittelwelle (MW) | 999 kHz (früher auch 873 kHz) | Hauptsender (Kischinau/Maiac) – Erste Programme der Republik mit hoher Reichweite. |
| Mittelwelle (MW) | 1494 kHz | Regionalprogramme und zweite Programmschiene (Luceafărul). |
| OIRT-UKW (FM) | 67,58 MHz | 1. Programm (Moldauisch/Russisch) für den Großraum Chișinău. |
| OIRT-UKW (FM) | 69,53 MHz | 2. Programm (Kultur- und Jugendprogramme "Tineret"). |
| Drahtfunk | Kanal 1 / Hauptkanal | Flächendeckendes Lautsprechersystem in fast allen sowjetischen Haushalten. |
Hinweis: Der Großsender in Maiac (Transnistrien) war zudem für seine massiven Antennenanlagen bekannt, die das sowjetische Auslandsprogramm (Radio Moskau) sowie Störsender (Jamming) gegen westliche Sender wie Radio Free Europe verbreiteten.
Mit der Politik von Glasnost und Perestroika Ende der 1980er Jahre öffnete sich das Radio auch für demokratische Bewegungen. Nach der Unabhängigkeitserklärung der Republik Moldau im Jahr 1991 ging aus dem sowjetischen Staatsrundfunk der heutige öffentlich-rechtliche Sender Radio Moldova hervor. Der Name Radio Chișinău wurde im Jahr 2011 für das moldauische Tochterprogramm des rumänischen öffentlich-rechtlichen Rundfunks wiederbelebt.