Radio Conakry – La Voix de la Révolution

Kurzwelle in der Revolutionären Volksrepublik Guinea (1958–1984)

Historischer Kontext

Nachdem Guinea 1958 als einzige französische Kolonie unter Ahmed Sékou Touré mit „Nein“ zum Verbleib in der Communauté Française stimmte, folgte die sofortige Unabhängigkeit. In der späteren Revolutionären Volksrepublik Guinea (République Populaire Révolutionnaire de Guinée) wurde der Rundfunk schnell zum zentralen Staatsorgan für die sozialistische Mobilisierung ausgebaut.

Radio Conakry, offiziell oft als „La Voix de la Révolution“ angesagt, nutzte massiv die Kurzwelle, um das Staatsgebiet trotz unzureichender Infrastruktur flächendeckend zu erreichen und antikoloniale Propaganda in ganz Afrika zu verbreiten.

Die Rolle der Kurzwelle: Da UKW-Sender nur eine geringe Reichweite hatten und das Land topografisch anspruchsvoll ist, war die Kurzwelle das wichtigste Medium, um die ländliche Bevölkerung zu erreichen. Gleichzeitig diente sie als Stimme der afrikanischen Befreiungsbewegungen (z. B. für die PAIGC im benachbarten Guinea-Bissau).

Typischer Sendeplan und Frequenzen

Gesendet wurde primär in Französisch sowie in den nationalen Hauptsprachen (u. a. Pular/Fula, Mandinka und Susu). DXer (Fernempfangsspezialisten) weltweit versuchten regelmäßig, das Signal aus Conakry aufzufangen.

Frequenzbereich Zielgebiet Inhalte / Bedeutung
60-m-Band & 41-m-Band z. B. 4910 kHz, 7125 khz Inland (Nacht/Morgen) Politische Reden, revolutionäre Musik, Nachrichten in Landessprachen.
31-m-Band & 19-m-Band z. B. 9650 kHz, 15110 khz Inland & Westafrika (Tag) Bildungsprogramme, Bekanntmachungen des Politbüros der Partei.
25-m-Band z.B. 11965 khz Regional u. Übersee Kulturelle Programme, Übertragung von Staatsakten für Europa & Amerika.

Programm und Propaganda

Das Ende einer Ära

Mit dem Tod von Sékou Touré im Jahr 1984 und dem darauf folgenden Militärputsch endete die marxistisch-leninistische Ausrichtung des Senders. Aus La Voix de la Révolution wurde die heutige RTG (Radiodiffusion Télévision Guinéenne). Die alten Kurzwellenanlagen, die oft mit Unterstützung der Sowjetunion oder Chinas betrieben wurden, verloren über die Jahrzehnte durch technischen Verfall und den späteren Fokus auf Satellit und UKW an Bedeutung.