Historischer Kontext
Nachdem Guinea 1958 als einzige französische Kolonie unter Ahmed Sékou Touré mit „Nein“ zum Verbleib in der Communauté Française stimmte, folgte die sofortige Unabhängigkeit. In der späteren Revolutionären Volksrepublik Guinea (République Populaire Révolutionnaire de Guinée) wurde der Rundfunk schnell zum zentralen Staatsorgan für die sozialistische Mobilisierung ausgebaut.
Radio Conakry, offiziell oft als „La Voix de la Révolution“ angesagt, nutzte massiv die Kurzwelle, um das Staatsgebiet trotz unzureichender Infrastruktur flächendeckend zu erreichen und antikoloniale Propaganda in ganz Afrika zu verbreiten.
Typischer Sendeplan und Frequenzen
Gesendet wurde primär in Französisch sowie in den nationalen Hauptsprachen (u. a. Pular/Fula, Mandinka und Susu). DXer (Fernempfangsspezialisten) weltweit versuchten regelmäßig, das Signal aus Conakry aufzufangen.
| Frequenzbereich | Zielgebiet | Inhalte / Bedeutung |
|---|---|---|
| 60-m-Band & 41-m-Band z. B. 4910 kHz, 7125 khz | Inland (Nacht/Morgen) | Politische Reden, revolutionäre Musik, Nachrichten in Landessprachen. |
| 31-m-Band & 19-m-Band z. B. 9650 kHz, 15110 khz | Inland & Westafrika (Tag) | Bildungsprogramme, Bekanntmachungen des Politbüros der Partei. |
| 25-m-Band z.B. 11965 khz | Regional u. Übersee | Kulturelle Programme, Übertragung von Staatsakten für Europa & Amerika. |
Programm und Propaganda
- Reden des Präsidenten: Stundenlange Ausstrahlungen der ideologischen Vorträge von Sékou Touré.
- Kulturelle Identität: Förderung traditioneller afrikanischer Musik (z. B. das Bembeya Jazz National), die im Staatsradio gezielt als revolutionäre Kunstform eingesetzt wurde.
- Internationale Solidarität: Sendungen zur Unterstützung sozialistischer Bruderstaaten und Befreiungsfronten.
Das Ende einer Ära
Mit dem Tod von Sékou Touré im Jahr 1984 und dem darauf folgenden Militärputsch endete die marxistisch-leninistische Ausrichtung des Senders. Aus La Voix de la Révolution wurde die heutige RTG (Radiodiffusion Télévision Guinéenne). Die alten Kurzwellenanlagen, die oft mit Unterstützung der Sowjetunion oder Chinas betrieben wurden, verloren über die Jahrzehnte durch technischen Verfall und den späteren Fokus auf Satellit und UKW an Bedeutung.