Der offizielle Rundfunk in Belgisch-Kongo begann mitten im Zweiten Weltkrieg am 1. Oktober 1940 mit der Gründung von Radio Congo Belge in Léopoldville (heute Kinshasa). Ursprünglich diente die Station der belgischen Exilregierung dazu, Nachrichten und Kriegspropaganda an die weiße Kolonialbevölkerung sowie ins besetzte Mutterland zu senden.
Ab Mai 1943 übernahm die Radiodiffusion Nationale Belge (RNB) die internationalen Sendungen, woraufhin sich Radio Congo Belge verstärkt auf den afrikanischen Kontinent und die interne Bildungs- und Kulturarbeit konzentrierte. Der Sender spielte eine fundamentale Rolle bei der Etablierung der kongolesischen Rumba, indem er lokale Talente förderte und kubanische Musikstile importierte.
Mit Erreichen der Unabhängigkeit und der offiziellen Staatsauflösung von Belgisch-Kongo am 30. Juni 1960 ging die Station nahtlos in die Hände der neuen Republik über und wurde in Radiodiffusion Congolaise umbenannt.
Aufgrund der enormen geografischen Ausdehnung des Kongos war die Kurzwelle (SW) das primäre Übertragungsmedium, um sowohl das Inland als auch Übersee-Hörer (DXer) zu erreichen. Neben dem Hauptsender in Léopoldville gab es Regionalsender. Eine der bekanntesten Stationen war zudem der angeschlossene Kurzwellendienst OTC (The International Goodwill Station).
| Rufzeichen / Station | Standort | Typische Frequenzen (Kurzwelle) | Sendeleistung / Info |
|---|---|---|---|
| Radio Congo Belge | Léopoldville | 9.655 kHz (31m) 11.870 kHz (25m) |
Zunächst 7.5 kW, später aufgestockt auf 50 kW |
| OTC / RNB | Léopoldville | 9.210 kHz (32m) 9.745 kHz (30m) |
Nutze starke 50 kW Sender für weltweiten Empfang |
| Radio Bukavu | Bukavu (Kivu) | 4.839 kHz (60m) | Regionaldienst für den Osten des Landes |
| Radio Elisabethville | Elisabethville (Lubumbashi) | 7.200 kHz (41m) | Provinzialsender für Katanga |
Fernempfänger (DXer) aus aller Welt schickten Empfangsberichte nach Léopoldville und erhielten als Bestätigung eine sogenannte QSL-Karte (Beispiel folgend).