Radio in der Demokratischen Republik Afghanistan (1978–1992)

Historischer Kontext und Kurzwellenfrequenzen von Radio Afghanistan

Historischer Kontext

Nach der Revolution im Jahr 1978 und der Ausrufung der Demokratischen Republik Afghanistan (DRA) wurde der Rundfunk vollständig in den Dienst des sozialistischen Staates gestellt. Die Kurzwellentechnologie spielte dabei eine zentrale Rolle, um trotz der bergigen Topografie des Landes die gesamte Bevölkerung zu erreichen und Auslandspropaganda zu betreiben.

Radio Afghanistan und die Kurzwelle

Der nationale Rundfunk, bekannt als Radio Afghanistan (zeitweise auch unter dem Namen des Staatsmediums Voice of the Homeland), betrieb leistungsstarke Kurzwellensender in der Nähe von Kabul. Die Programme dienten verschiedenen Zwecken:

Technische Sendedaten (Historische Frequenzen)

Während der 1980er Jahre nutzte Radio Afghanistan verschiedene Kurzwellenfrequenzen je nach Tageszeit, Zielgebiet und technischer Infrastruktur (inklusive sowjetischer Relaisstationen):

Inlandsdienst (Kabul-Sender)

Frequenz Band Hauptsprachen Senderstandort
4.775 kHz 60 m Dari, Paschtu Yakatut (Kabul)
7.200 kHz 41 m Dari, Paschtu Yakatut (Kabul)

Auslandsdienst (Direktsendungen & Relais)

Frequenz Band Zielgebiet / Sprache Senderstandort / Info
9.665 kHz 31 m Europa (inkl. Deutsch) / Asien Pol-e Charkhi (Kabul)
11.805 kHz 25 m Südasien (Urdu, Belutschisch) Pol-e Charkhi (Kabul)
15.075 kHz 19 m Nahost (Arabisch) / Europa Pol-e Charkhi (Kabul)
17.720 kHz 16 m Internationaler Dienst Pol-e Charkhi (Kabul)
6.155 kHz 49 m Europa (Relais) Über UdSSR-Sender (z.B. Duschanbe)
11.785 kHz 25 m Weltweit (Relais) Über UdSSR-Sender (Krasnodar/Taschkent)

Das Ende einer Ära

Mit dem Abzug der sowjetischen Truppen 1989 und dem schrittweisen Zusammenbruch des Regimes bis 1992 verlor der Kurzwellendienst der DRA zunehmend an Bedeutung. Treibstoffmangel, zerstörte Infrastruktur und Stromausfälle führten zur Einstellung der meisten internationalen Kurzwellensendungen, bevor der Sender nach dem Fall Kabuls von der Mudschaheddin-Fraktion übernommen wurde.