E.I.A.R. Rom auf Kurzwelle

Die Stimme Italiens in der goldenen Ära des Rundfunks

Überblick

Die E.I.A.R. (Ente Italiano per le Audizioni Radiofoniche) war die offizielle staatliche Rundfunkgesellschaft im faschistischen Italien von 1927 bis 1944. Neben der Inlandsversorgung über Mittelwelle spielte die Kurzwelle aus Rom eine zentrale Rolle für die Auslandspropaganda und die Verbindung zu italienischen Auswanderern weltweit.

Historische Bedeutung: Der Kurzwellendienst aus Rom (oft als "Radio Roma" bekannt) gehörte in den 1930er- und 1940er-Jahren zu den leistungsstärksten und aktivsten Auslandsdiensten Europas. Er war der direkte Vorläufer der heutigen RAI.

Das Sendezentrum Prato Smeraldo

Um eine weltweite Reichweite zu erzielen, errichtete die E.I.A.R. eine hochmoderne Sendeanlage südlich von Rom in Prato Smeraldo. Die Station wurde 1930 in Betrieb genommen und kontinuierlich ausgebaut.

Historische Frequenzen & Rufzeichen (Stand 1938)

Rufzeichen Frequenz Wellenlänge Zielgebiet / Nutzung
2RO 3 9,635 MHz 31,13 m Nordamerika & Südamerika (Abendprogramm)
2RO 4 11,810 MHz 25,40 m Nordamerika, Afrika & Ferner Osten
2RO 6 15,300 MHz 19,61 m Südamerika & Asien (Tagesprogramm)
2RO 8 17,820 MHz 16,84 m Afrika & Spezialsendungen
2RO 9 6,085 MHz 49,30 m Europa-Dienst (Nachtfrequenz)
2RO 14 15,230 MHz 19,70 m Interkontinentale Nachrichtendienste

Das Ende der E.I.A.R.

Mit dem Sturz Mussolinis und dem Waffenstillstand von Cassibile im Jahr 1943 änderte sich die Rolle des Senders drastisch. Die Sendeanlagen in Rom wurden während der Kriegswirren teilweise beschädigt oder von abziehenden Truppen demontiert. Im Jahr 1944 wurde die E.I.A.R. offiziell aufgelöst und in RAI (Radio Audizioni Italiane) umbenannt, die den Kurzwellendienst in der Nachkriegszeit neu aufbaute.