Der Kurzwellenrundfunk in der Demokratischen Volksrepublik Laos ab 1975
Das Lao National Radio (auch bekannt als Radio Laos oder Nationales Radio von Laos) unterstand direkt dem Ministerium für Information und Kultur. Während des Kalten Krieges und der nachfolgenden Jahrzehnte erfüllte der Sender auf Kurzwelle primär folgende Aufgaben:
In den Hochzeiten des Kurzwellenrundfunks nutzte LNR Sendeanlagen in der Hauptstadt Vientiane sowie Regionalstationen (z. B. aus Pakse oder Luang Prabang). Typische Frequenzen im internationalen Kurzwellennetz waren unter anderem:
| Frequenz (kHz) | Band | Zielgebiet / Sprache | Sendecharakteristik |
|---|---|---|---|
| 4.485 kHz | 60-Meter-Band | Inland (Laotisch, Hmong, Khmu) | Nacht- und Frühmorgensendungen |
| 6.130 kHz | 49-Meter-Band | Inland & Nachbarländer | Tagesprogramm, oft parallel zur Mittelwelle |
| 7.145 kHz | 41-Meter-Band | Inland & Ausland | Zentralprogramm aus Vientiane |
| 11.870 kHz | 25-Meter-Band | Auslandsdienst (Kambodschanisch, Vietnamesisch, Englisch, Französisch, Thai) | Internationale Reichweite in Asien |
Für Hörer außerhalb des Landes bot das Lao National Radio regelmäßige Programme an. Diese Sendungen dienten dazu, die sozialistische Transformation des Landes international zu legitimieren und die Beziehungen zu sozialistischen Bruderstaaten wie Vietnam und der Sowjetunion zu pflegen. Besonders aktiv waren die Dienste in:
Die technische Infrastruktur des LNR wurde nach 1975 massiv durch die Sowjetunion modernisiert. Im Rahmen der sozialistischen Bruderhilfe stellte die UdSSR robuste Röhrensender zur Verfügung, die für das tropische Klima modifiziert waren.
Die Unterstützung war geopolitisch verankert und spielte eine Rolle im sino-sowjetischen Konflikt (dem Bruch zwischen der UdSSR und China):
Unter internationalen Fernempfangshörern (DXern) waren die laotischen Sowjet-Sender an markanten Eigenheiten erkennbar:
Für internationale Radiogemeinden war Laos aufgrund der oft schwankenden Signalqualitäten ein begehrtes Ziel. Der Sender bestätigte Empfangsberichte über viele Jahre hinweg mit kunstvoll gestalteten QSL-Karten, die oft traditionelle laotische Motive oder sozialistische Symbole zeigten.
Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 endete die Versorgung mit billigen Ersatzteilen (wie den riesigen Senderöhren) und die Entsendung sowjetischer Techniker abrupt. In den 1990er Jahren musste die Sendeleistung mangels Devisen oft auf unter 10 kW gedrosselt werden, um die alternden Anlagen zu schonen.
Ab den späten 1990er Jahren sprang schließlich die Volksrepublik China ein. Heute wird die moderne digitale Rundfunkinfrastruktur in Laos fast vollständig mit chinesischer Hilfe und über den Satelliten Laosat betrieben, während die Kurzwelle weitgehend Geschichte ist.