Emisora da Guiné-Bissau

Die Geschichte des Kurzwellenrundfunks im Übergang zur PAIGC-Regierung

Historischer Kontext im Überblick

Vor der Unabhängigkeit im Jahr 1974 war der staatliche Rundfunk als Emisora da Guiné Portuguesa bekannt. Mit dem Sieg der Befreiungsbewegung PAIGC (Partido Africano da Independência da Guiné e Cabo Verde) unter Amílcar Cabral übernahm die sozialistische Einheitspartei die Sendeanlagen und formte daraus die Radiodifusão Nacional da Guiné-Bissau (RDN).

Der Kurzwellenrundfunk (Kolonialzeit bis Unabhängigkeit)

Die Ausstrahlungen auf Kurzwelle spielten eine strategisch entscheidende Rolle, da weite Teile des Landes und der Regionen via UKW (FM) nicht erreichbar waren. Sammler und DXer weltweit versuchten in den 1970er Jahren, das seltene Signal aus Bissau einzufangen.

Technische Sendedaten (Historisch)

Sendername Standort Rufzeichen Leistung (historisch) Primäre Frequenzen
Emisora da Guiné Portuguesa / RDN Bissau (Nhacra) CQM 1 kW bis 10 kW 5041 kHz (Kurzwelle), 10082 kHz (Harmonische)

Rundfunk unter der PAIGC-Partei (ab 1974)

Nach der Nelkenrevolution in Portugal und der Anerkennung der Unabhängigkeit Guinea-Bissaus im September 1974 änderte sich die Rolle des Senders grundlegend:

  1. Zusammenführung: Die Sendeanlagen der kolonialen Emisora und der geheimen Befreiungsstation der PAIGC (Rádio Libertação) wurden zur Radiodifusão Nacional verschmolzen.
  2. Propaganda & Bildung: Der Sender wurde als staatliches Instrument zur politischen Bildung im Sinne des Sozialismus und zur Alphabetisierung genutzt.
  3. Sprachvielfalt: Statt rein portugiesischer Sendungen etablierte die PAIGC-Regierung Programme in Guinea-Bissau-Kreol (Crioulo) sowie in den 15 lokalen Landessprachen (darunter Fula, Balanta und Mandinka), um die breite Bevölkerung zu erreichen.

Heutiger Status

Aufgrund von anhaltenden politischen Unruhen, finanziellen Engpässen und technischen Defekten stellte Guinea-Bissau den klassischen Kurzwellenrundfunk vor Jahren ein. Die moderne Radiodifusão Nacional da Guiné-Bissau sendet heute primär über UKW-Netzwerke vor Ort sowie über das Internet für die weltweite Diaspora.

Audio