Während der Existenz der Volksdemokratischen Republik Jemen (VDRJ) – auch bekannt als Südjemen (1967–1990) – war der staatliche Rundfunk aus der Hafenstadt Aden ein wichtiges Instrument der sozialistischen Staatsführung zur Information der eigenen Bevölkerung und zur Auslandspropaganda auf der Arabischen Halbinsel. Der offizielle Stationsname lautete meist Democratic Yemen Broadcasting Service.
Die Radiostation in Aden wurde ursprünglich bereits 1954 unter britischer Kolonialherrschaft gegründet. Mit der Unabhängigkeit Südjadens im Jahr 1967 und der anschließenden Ausrufung der marxistisch-leninistisch orientierten Volksrepublik wurde das Radio komplett verstaatlicht und ideologisch neu ausgerichtet. Während der Zwillingsstaat im Norden (die Jemenitische Arabische Republik mit der Hauptstadt Sana'a) traditioneller orientiert blieb, sendete Aden stundenlang revolutionäre Lieder, politische Ansprachen und Nachrichten mit sozialistischer Prägung.
Die Studios befanden sich im geschichtsträchtigen Stadtteil Tawahi in Aden. Mit der Wiedervereinigung der beiden jemenitischen Staaten am 22. Mai 1990 ging die Eigenständigkeit des Senders verloren und er wurde mit Radio Sana'a in die neue staatliche Rundfunkgesellschaft eingegliedert.
Die Kurzwellen- und Mittelwellen-Sendeanlagen befanden sich in unmittelbarer Nähe von Aden (Geokoordinaten: 12°49'21"N 44°54'38"O). Die Infrastruktur wurde im Laufe der 1970er Jahre massiv ausgebaut. Während in den Anfangsjahren nur schwache Sender zur Verfügung standen, investierte die Regierung ab 1973/1974 in leistungsstarke 100-kW-Kurzwellensender, um eine stabile Reichweite über die Grenzen des Landes hinaus zu erzielen.
Unter Kurzwellenhörern (DXern) in Europa galten die Sendungen aus Aden in den 1970er und 1980er Jahren als begehrtes, aber oft schwer zu loggendes Empfangsziel. Die Signale litten häufig unter atmosphärischen Störungen oder wurden von stärkeren Stationen überlagert. Wer Empfangsberichte nach Aden schickte, erhielt bei Erfolg eine der heute seltenen und unter Sammlern geschätzten QSL-Karten als Bestätigung.
Die Station nutzte je nach Jahreszeit und Ausbreitungsbedingungen wechselnde Frequenzen, um die Zielgebiete optimal zu erreichen. Die markanteste und über viele Jahre hinweg genutzte Frequenz lag im 60-Meter-Tropenband.
| Frequenz | Meterband | Sendeleistung | Hinweise / Typische Nutzung |
|---|---|---|---|
| 5.060 MHz | 60m (Tropenband) | 100 kW | Die bekannteste Hauptfrequenz in den 1970er und 1980er Jahren. In Europa oft in den Abendstunden hörbar. |
| 7.190 MHz | 41m | 100 kW | Alternativfrequenz zur Absicherung der regionalen Reichweite am Tage. |
| 11.770 MHz | 25m | 100 kW | Teilweise für ausländische Programme und den erweiterten arabischen Raum genutzt. |
Hinweis: Neben der Kurzwelle betrieb der Sender auch einen extrem starken Mittelwellensender (u.a. auf 756 kHz mit bis zu 750 kW), der die gesamte Arabische Halbinsel abdeckte.